Was sind die Unterschiede zum klassischem Multi-Level-Marketing?

MLM-Recht

RevShare

Wofür steht RevShare im Multi-Level-Marketing?

RevShare ist die Abkürzung für Revenue Sharing und bedeutet soviel wie Umsatzbeteiligung. Es handelt sich hierbei um ein Geschäftsmodell, bei dem jemand Mitglied auf einer Werbeplattform wird und dann sogenannte Werbepakete erwerben kann. Diese Werbepakete haben je nach Portal unterschiedliche Bezeichnungen wie „AdPack“, „Creditpack“ usw.

Durch den Erwerb der Werbepakete erhält das Mitglied eine bestimmte Kapazität an Werbeeinblendungen und hat die Möglichkeit eigene oder fremde Produkte und Dienstleistungen auf der Plattform zu bewerben. Die prozentuale Umsatzbeteiligung ist abhängig von der Anzahl der jeweilig erworbenen Werbepakete. Und setzt voraus, dass das Mitglied sich eine vorgegebene Anzahl an Werbeanzeigen ansieht. Die Umsatzbeteiligung steigt mit der Anzahl der erworbenen Werbepakete.

Viele RevShare-Systeme sind darüber hinaus hinsichtlich des Vertriebsweges wie klassische Multi-Level-Marketing-Unternehmen aufgebaut. Das bedeutet, dass die Mitglieder neben der Umsatzbeteiligung für das Erwerben von Werbepaketen und dem Ansehen von Werbeanzeigen auch hier die Möglichkeit haben neue Mitglieder anzuwerben und an deren Umsätzen beteiligt zu werden.

Was sind die Unterschiede zum klassischem Multi-Level-Marketing

Zunächst werden im Gegensatz zum klassischen Multi-Level-Marketing beim RevShare keine physischen sondern virtuelle Produkte in Form von Werbepaketen vertrieben. Zum anderen bestehen aus rechtlicher Sicht im Bereich RevShare noch weitaus mehr Besonderheiten und damit verbunden auch Regelungsbedarf.

Den RevShare-Systemen haftet zudem weitaus mehr die Kritik eines Schneeball- bzw. Ponzisystems an. Insbesondere auch, weil in der Vergangenheit bereits einige RevShare-Systeme vom Markt verschwanden und sich nachträglich als Schneeballsystem erwiesen haben.

Diese Beurteilung kann jedoch nicht pauschal für alle Anbieter getroffen werden, wobei die Grenzen hier tatsächlich äußerst fließend verlaufen können. Mit absoluter Sicherheit kann die Beurteilung, ob es sich um ein Schneeballsystem handelt letztlich erst dann erfolgen, wenn das Unternehmen seine Türen schließt und das System zusammenbricht. Ein gewisses Restrisiko bleibt demnach in diesem Bereich immer bestehen, wobei dieses jeder für sich selbst kalkulieren sollte.

Steuern, Schadensersatz, Strafbarkeit - Mit uns auf der sicheren Seite

Nur wenige Rechtsanwälte und Steuerberater kennen sich mit dem Thema RevShare aus und können über die damit verbundene Problematik zutreffend aufklären und passende Lösungswege aufzeigen. Gerne erläutern wir Ihnen in einem persönlichen Beratungsgespräch, was in Ihrem individuellen Fall möglich ist. Auf Wunsch begleiten unsere Partner im Bereich Steuerberatung Sie bei der laufenden steuerlichen Handhabung Ihrer Tätigkeit.

Bezüglich Schadensersatz bzw. Strafbarkeit gilt es ebenfalls einiges zu beachten. Spätestens seit dem Beschluss des Landgerichts Hamburg vom 13.07.2016, Az. 406 HKO 108/16, nach dem die Berater des nicht mehr existierenden Unternehmens „beonpush“ unter das Vermögensanlagegesetz fallen, sollten sich alle RevShare-Berater, die weitere Mitglieder anwerben bzw. eine sogenannte „Downline“ aufbauen auch über mögliche strafrechtliche Konsequenzen sowie etwaige Schadensersatzpflichten bewusst sein. 

Rechtsanwalt RevShare
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