Nestmodell - Bedeutung, Vorteile, Nachteile & Unterhalt

Familienrecht

Nestmodell – Bedeutung, Vorteile, Nachteile & Unterhalt

Bei einer Scheidung sind das Umgangsrecht und der Unterhalt für die Kinder von großer Bedeutung. In der Regel haben nach der Trennung die Eltern das gemeinsame Sorgerecht für die Kinder und es muss geklärt werden, bei welchem Elternteil die Kinder weiterleben sollen. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dazu gehören das Wechselmodell, das Residenzmodell und das Nestmodell.

Das Nestmodell ist das Thema des folgenden Artikels. Hier geht es darum, Vor- und Nachteile vom Nestmodell gegenüber den anderen Modellen aufzuzeigen und inwieweit sich das auf den Unterhalt für die Kinder auswirken kann.

Erklärung des Begriffs Nestmodell

Das Nestmodell ist eine Möglichkeit für die Eltern, das Umgangsrecht und den Unterhalt mit den Kindern zu regeln. Dabei bleiben die Kinder wie der Name es andeutet in ihrem vertrauten Zuhause – ihrem Nest – während die Eltern abwechselnd bei ihnen leben. Dabei werden die Kinder von den Eltern abwechselnd betreut und versorgt.

Beim Wechselmodell im Gegensatz hierzu, wohnen die Kinder abwechselnd bei einem der Elternteile. Somit müssen hier die Kinder regelmäßig ihren Wohnort wechseln.

Es besteht auch ein Unterschied zum früher gängigen Residenzmodell. Hier war es so, dass in der Regel ein Elternteil am Wohnort der Familie mit den Kindern blieb, während ein Elternteil auszog. Die Kinder sahen das andere Elternteil dann regelmäßig an Wochenenden und den Ferien an dem neuen Wohnort des Elternteils, was mit Stress durch ständiges Pendeln verbunden war.

Vorteile für das Nestmodell

Ein ganz klarer Vorteil ist, dass das Nestmodell auf dem Wohl der Kinder aufgebaut ist. Diese haben nach der oft traumatischen Erfahrung der Scheidung ihrer Eltern zumindest weiterhin die gewohnte Umgebung. Im Gegensatz zum Residenzmodell müssen sie auch nicht ständig zwischen den Wohnorten pendeln.

Sie können ihren Hobbies nachgehen und müssen auch nicht die Schule wechseln. Dies kann gerade beim Wechselmodell ein Problem sein, wenn ein Elternteil in eine andere Stadt zieht.

Vorteilhaft ist das Nestmodell auf den Unterhalt auch, wenn ein Eigenheim existiert, welches aus welchen Gründen auch immer derzeit nicht verkauft oder vermietet werden kann. Dadurch, dass beide Partner das Haus weiter nutzen, benötigt jeder für die Zeit, in der er nicht im Haus ist, nur eine kleine Wohnung, so dass sich hier die Kosten in Grenzen halten. Es muss in dieser Wohnung kein Wohnraum für die Kinder existieren, da diese in der ganzen Zeit in ihrem bisherigen Zuhause verbleiben.

Beide Partner sind gleichberechtigt in der Zeit der Nutzung des Hauses, was gegenüber dem Residenzmodell mit der starken Einschränkung eines Elternteils auch ein klarer Vorteil ist.

Nachteile für das Nestmodell

Natürlich hat das Nestmodell auch Nachteile. Einer ist, dass sich höhere Kosten gegenüber den anderen Modellen meist nicht vermeiden lassen. Zumindest benötigen die Partner eigene Wohnungen, in die sie unterkommen, wenn sie nicht im Haus mit den Kindern sind. Auch wenn diese Kosten nicht so hoch sind, muss man sie bedenken.

Das Nestmodell erfordert nachvollziehbarerweise eine Menge Kooperation der Eltern hinsichtlich Planungen, Absprachen und Unterhalt. In Bezug auf Babys und kleine Kinder ist es ebenfalls kaum umzusetzen.

Der Unterhalt für die Kinder

In Bezug auf den Unterhalt gibt es beim Nestmodell keine größeren Probleme, da die Anteile an der Betreuung der Kinder ausgeglichen sein sollten. Insofern hat im Nestmodell keiner der Elternteile einen Anspruch auf Unterhalt gegenüber dem anderen Teil.

Das Nestmodell ist eine interessante Alternative bei einer einvernehmlichen Scheidung

Verstehen sich nach einer Scheidung die Eltern noch gut und können sich abstimmen, ist das Nestmodell eine sehr gute Alternative zum Wohle der Kinder. Natürlich müssen sich die Partner diese Form des Umgangsrechts leisten können.

Das Nestmodell gerichtlich durchsetzen zu wollen, wird scheitern, da das Familiengericht die Ausgestaltung der Betreuung der Kinder weitestgehend den Eltern überlässt.

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