Sorgerecht im Familienrecht: Wer bekommt die Kinder?

Familienrecht

Sorgerecht: Wer bekommt die Kinder?

Eine der zentralen Fragen nach einer Trennung und der nachfolgenden Scheidung betrifft die aus der Ehe hervorgegangenen Kinder. Wer kümmert sich darum und wie wird ist das Sorgerecht geregelt.

Bedeutet ein gemeinsames Sorgerecht, dass die Kinder die eine Hälfte der Woche bei dem einen Elternteil sind und den Rest der Woche bei dem Anderen? Wie ist es um die alte Faustregel bestellt, dass die Kinder bei der Mutter am Besten aufgehoben sind ? Dieser und weiterer Fragen ums Sorgerecht ist der folgende Artikel gewidmet.

Das gemeinsame Sorgerecht

Dies ist der heutige Normalfall. Beide Elternteile teilen sich das Sorgerecht. Damit ist aber nicht gemeint, dass die Kinder eine Woche bei der Mutter leben und die darauffolgende beim Vater wohnen. Beim Sorgerecht geht es eben nicht nur um das Zusammenleben mit den Kindern, sondern auch um Dinge wie Erziehung, schulische Ausbildung oder die Vermögensverhältnisse. In aller Regel leben die Kinder daher bei einem Elternteil, dass die Entscheidungsbefugnis über alltägliche Dinge hat, beispielsweise die tägliche Kleidung, das Essen oder Besuche von Schulfreunden.

Geht es dagegen um größere Entscheidungen hat auch der Partner, bei dem die Kinder nicht wohnen, ein Mitspracherecht. Beispiele hierfür können der Besuch einer weiterführenden Schule, eine notwendige operative Behandlung oder ein Schüleraustausch im Ausland sein.

Der Elternteil, bei dem die Kinder nicht wohnen, kann hier sogar vom Gegenpart verlangen, über wichtige Entwicklungen informiert zu werden. Oft ist in diesem Punkt Streit vorprogrammiert.

Noch schwieriger wird es, wenn ein Elternteil mit den Kindern einen Umzug in eine entfernte Stadt plant und das Umgangsrecht des gleichberechtigten Partners damit einschränkt. In diesem Fall muss das Familiengericht entscheiden, ob der Umzug legitim ist, oder das Sorgerecht neu geregelt werden muss. Dies könnte auch bedeuten, dass die Kinder zukünftig beim anderen Partner leben.

Das alleinige Sorgerecht

Hier gibt es zwei klassische Fälle, bei denen das Sorgerecht für die Kinder von einem Partner alleine ausgeübt wird. Der erste Fall ist leicht nachvollziehbar. Ein Partner verzichtet schlicht auf sein Sorgerecht. Hier hätte ein Kind, dass mindestens 14 Jahre alt ist, allerdings die Möglichkeit diesem Verzicht zu widersprechen und eigene Wünsche zu äußern.

Der andere Fall ist weit komplizierter und führt regelmäßig zu Streit in der Beziehung. Hier geht es darum, dass das Kindeswohl bei einem Partner gefährdet wäre. Dies kann beispielsweise vorliegen, wenn ein Partner kriminell ist oder zu viel arbeiten muss, um sich um die Kinder zu kümmern.

Das Sorgerecht - häufiger Grund für Streit nach der Trennung

Insgesamt kann man feststellen, dass das Sorgerecht ein sehr beliebtes Thema ist, um den Streit in einer Beziehung auch nach der Trennung fortzuführen. Die Eltern müssen sich in sehr vielen Fragen abstimmen. Dazu gehört die Gesundheitsvorsorge, die Religionszugehörigkeit, die schulische Ausbildung und viele weitere Fragen, die gehöriges Konfliktpotential besitzen. Oft genug ist es daher sinnvoll einen vermittelnden Experten zu Rate zu ziehen.

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