Ehe-Aus: Wann ist eine Scheidung möglich?

Familienrecht

Ehe-Aus: Wann ist eine Scheidung möglich?

Nur weil sich ein verheiratetes Paar trennt, ist es nicht sofort möglich, sich scheiden zu lassen. Für ein endgültiges Ehe-Aus müssen im Vorfeld einige Voraussetzungen erfüllt sein. In diesem Beitrag erfahren Sie, ab sich die Scheidung vollziehen lässt und worauf Sie bei diesem Prozess zu achten haben.

Ein Schuldiger muss her?

In Deutschland ist es schon lange nicht mehr notwendig, beim Ehe-Aus einen Schuldigen zu bestimmen. So lässt sich die Scheidung auch gegen den Willen eines Ehepartners vollziehen. Es ist hierzulande also nicht möglich, einen Menschen gegen seinen Willen in der Ehe gefangen zu halten.

Doch nur weil eine Lebensgemeinschaft aufgelöst wurde, ist es nicht möglich, auf der Stelle die Scheidung zu vollziehen. Dafür ist im Vorfeld eine gewisse Trennungszeit erforderlich. Besteht bei beiden Partnern über das Ende der Ehe Einigkeit, ist eine Trennungszeit von einem Jahr ausreichend. Diesbezüglich lohnt es sich, den Scheidungsantrag schon nach einer Trennungszeit von zehn Monaten einzureichen. Denn das Jahr muss erst zum Zeitpunkt des Scheidungsausspruchs verstrichen sein.

Doch auch in Bezug auf die Trennungszeit gibt es Ausnahmen. Liegt beispielsweise eine „unzumutbare Härte“ vor, kann die Scheidung auch vor dem Verstreichen eines ganzen Jahres genehmigt werden. Doch diesbezüglich ist der Maßstab sehr streng. Es reicht also nicht aus, „nur“ zerstritten zu sein.

Scheidung ohne Einvernehmen - diese Regeln gelten

Der Fall ist ein wenig komplizierter, wenn die Scheidung ohne Einverständnis des Ehepartners erfolgen soll. In diesem Fall wird eine „Zerrüttung“ widerleglich vermutet und der Scheidungsunwillige muss beweisen, dass die eheliche Gemeinschaft weiterhin fortbesteht. Die unwiderlegliche Vermutung der Zerrüttung der Ehe, wird nach einer Trennungszeit von drei Jahren angenommen. Sobald dieser Zeitraum überschritten ist, müssen Sie sich weder das Einverständnis Ihres Ehepartners einholen, noch kann eine Zerrüttung widerlegt werden – die Scheidung kann in diesem Fall sofort vollzogen werden. Diesbezüglich sollten Sie jedoch im Hinterkopf behalten, dass eine Scheidung stets mit Kosten verbunden ist. Stürzen Sie sich also nicht ohne die Unterstützung eines Anwalts in den Prozess.

Darum lohnt sich rechtlicher Beistand

Das Ehe-Aus ist nicht nur psychisch, sondern auch finanziell belastend. Sind die Partner zerstritten, kann der Prozess eine große rechtliche Komplexität annehmen. In diesem Fall ist es wichtig, dass Ihnen ein Fachanwalt für Familienrecht zur Seite steht. So vermeiden Sie eine große finanzielle Belastung, die Sie mitunter über mehrere Jahre hinweg betrifft. Bei einem seriösen Anwalt können Sie im Vorfeld ein Beratungsgespräch in Anspruch nehmen. Dabei haben Sie die Möglichkeit, sich grundsätzliche Fragen zum Thema Ehe-Aus beantworten zu lassen. Wichtig ist, dass der Rechtsanwalt in puncto Kosten transparent ist – schließlich wollen Sie zusätzliche Ausgaben abschätzen können.

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